Wände

Momentan stehen im Haus Pinwände und Tanwände zur Produktion.

Sie werden frei stehend aufgerichtet.

Auf diese Weise sind sie von allen Seiten zugänglich.

Die Arbeit kann beginnen.

Was darauf befestigt, also getanned und gepinned wird, sind Bruchstücke oder Exzerpte aus größeren Erzählungen. So schweifen die Tafeln manchmal ins Historische ab, verlieren sich in Mythisches, werfen den Betrachtern anekdotische Brocken entgegen.

Aus dem Zusammensetzen der Papierscherben und Schnitzel ergibt sich ein neuer Bericht.

Es werden Schilderungen nichtexistenter Gegebenheiten erwiesen.

Die Teile bauen auf zu größeren, meist ins Unabsehbare, ins Uferlose sich verlierenden Zusammenhängen.

Wichtig dabei: von größter Bedeutung: die Unkenntlichkeit der Partikel, Parzellen, Scherben. Daraus baut sich das ganze auf. Es könnte sich nicht bis in die obersten sphärischen Nebelstreifen türmen, ja in eine noch höhere, absolut wolkenlose Bläue, wenn nicht jedes Einzelteil irgendwie unkenntlich wäre, also ohne bestimmbare Identität, Herkunft und so weiter.

Die Unkenntlichkeit reicht bis ins winzigste Element.

Daher dieses Emportürmen und jene voluminösen Erscheinungen, die sich auf den Stellwänden ballen und daraus hervorbrechen wie Wolken, auf denen den Menschen Traumschlösser und Tagträume nahen

und vielleicht  auch Erlöser.

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