Schaukel

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Stüpfchen

punktiert /gepixelt
Tafel 58 aus „Bilder-Atlas“

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Bildtafel Nr. 57

Gegenwärtiges Gestaltungsprojekt: „Bilder-Atlas“. Darin kürzlich Tafel Nr. 57 fertiggestellt.

Heute ist mir ein Titel dazu eingefallen. Er bezieht sich auf eine männliche Figur, die auf der Tafel zu sehen ist. Ein nackter junger Mann, mit einer windelartigen Unterhose bekleidet. Auf der Tafel, in der er steht, herrscht ein großes Getümmel von Figuren, die sich winden und verrenken zwischen schwarzen Linien, die ebenfalls kurvig und gewunden über die Tafelfläche laufen. Die Tafelfläche ist durch breite schwarze Bänder in Bildfelder unterteilt. Die Bänder verlaufen insgesamt gesehen horizontal und vertikal. Auch sie drehen sich, so dass sie manchmal breiter, manchmal dünner erscheinen.

Auf den Feldern tummeln sich antike Figuren, die im Original in feinen Strichen wiedergegeben sind. Der originale Obertitel in der Kopfzeile der Tafel ist THEATER. Das erklärt, warum hier so viel los ist.

Der unzureichend bekleidete junge Mann wirkt ein wenig unbeholfen, wie eine hilflose Zutat zu einem Treiben, das mit ihm eigentlich nicht zu tun hat.

Dieser so ohnmächtig wirkende Mensch ist der SEHER. So heißt die Tafel, ursprünglich THEATER genannt, jetzt SEHER.

Mehr noch als der windelartige Slip des Mannes fällt die schwarze Augenbinde ins Auge, die dem Mann umgetan ist. Wer hat sie ihm umgetan? Warum trägt er sie? Warum streift er sie nicht einfach ab mit den Händen, die untätig an seinen Armen links und rechts der Hüften herabhängen?

Der Mann ist ein Seher und kein Redner, deswegen kann er uns nicht antworten. Oder er kann es wohl, tut es auch, aber wir können ihn nicht hören. Das ist, wie uns die Geschichte lehrt, bei Sehern öfters der Fall. Man sieht sie, erlebt sie sogar, aber sie sind nicht zu verstehen.

Dieses Unverständnis hat nichts zu tun mit der räumlichen oder zeitlichen Entfernung, aus der sie zu uns sprechen. Es hat zu tun mit der Blindheit, mit unserer Blindheit, in welche die Seher entrückt sind und aus der sie zu uns sprechen, unseren Herzen und Hirnen zuzusprechen sich anstrengen. Es hat aber auch mit der Dunkelheit zu tun, in die sie durch die Augenbinde versetzt sind.

Die Augenbinde ist symbolische Zurichtung. Ihr eigentlicher Zweck besteht darin, den SEHER unkenntlich zu machen, ihn anonym zu halten. Anonymität ist heute mehr denn je Voraussetzung für echte Seherschaft.

[Das erklärt, warum Witze und Rätsel ohne Verfasser und ohne Autorinnen zur Welt kommen und weitergegeben werden].

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Eselei

Heute ein Bild in Mosaiktechnik gemacht. In der oberen Bildmitte ist ein kleiner Esel in Seitenansicht zu sehen. Das Bild ist voll von hunderten von kleinen Bildern und Sachen, die ich momentan nicht vor Augen habe. Das macht sich ja alles irgendwie von selbst und fügt sich Zufällen, die einen Gesamtsinn herstellen, der sich erst aus langen Wanderungen über die Bildoberfläche ergibt. Das Bild soll heißen:

Grautier [Esel], unschlüssig, ob es Buridans oder Bileams Esel sein soll“.

Im Zuge der Titelfindung habe ich erfahren, dass die Fabel von Buridans Esel auf den arabischen Weisen Al-Ghazali zurückgeht. „Die Inkohärenz der Philosophen“ heißt sein Hauptwerk. Darin ist von einem Menschen die Rede, der zwischen zwei Krügen, die ihm mit gleichem Aussehen und in gleicher Entfernung angeboten werden, verdurstet, weil es ihm unmöglich ist, sich für den einen oder anderen Krug zu entscheiden. Er ist ein Gefangener, ein Opfer der Äquivalenz.

Das Problem hat auch in anderen Traditionen seine Metapher und fabelhafte Gestaltung gefunden. Da ist es ein Esel, der ein Joch über dem Nacken hat, an dessen beiden Enden jeweils ein Futterkorb mit Heu hängt. Beide erscheinen gleich lecker. In seinem hungrigen Begehren kann sich das Symbol- bzw. Fabeltier weder für das linksseitige noch das rechtsseitige Futter entscheiden.

Man kann das Problem der unentscheidbaren Wahlmöglichkeiten von zwei auf zwanzig oder zweihundert erhöhen. Dazu habe ich mich in diesem Bild entschieden und heiße es deswegen „Buridans Esel“.

Dieser Entscheidung hält aber die Erinnerung an einen anderen Esel die Waage. Die Erinnerung an die Eselin, auf der Bileam ritt, ein paganer Prophet im Buch der Könige. Bileams Eselin sah, was der Prophet nicht sehen konnte. Sie sichtete Wirklichkeiten, die der Prophet in seiner Verblendung und Engsichtigkeit nicht wahrnehmen konnte. Sie hatte Gesichte und Einsichten in Überwirklichkeiten. Der Bildtitel soll sagen, dass sie prophetische und halluzinatorische Einblicke hatte in Weltkammern und Welträume, die uns nur zerstreut und diffundiert mitgeteilt werden.

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Tellerspruch Nr. 13

 

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Schreck

erschrockenes Kleinkind, das sich an seine Mutter klammert

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afrikanisch

Frauen auf afrikanischem Boden

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Waldgebiet

Waldgebiet –

mit durchschimmerndem Blau

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Pixel- und Legearbeiten

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Mosaikkunst

Heute haben wir die besten Bedingungen, die Kunst des Mosaiks auf eine neue Stufe zu führen. Musikalische Mosaike, textuelle Mosaike, visuelle Mosaike. Verlieren wir uns nicht in die Collage, begeben wir uns mit frischem, aus antiken und außereuropäischen Quellen gespeistem Mut und Gestaltungswillen ins Mosaik. Begehbare Mosaiken, wie das in Ravenna. Schaffen wir für die Bodenlosigkeit eine entsprechende Oberfläche. Andere sollen weben und die Tradition der fliegenden Teppiche wieder aufnehmen. Wir bleiben dabei und machen uns mit der Mosaikkunst zu schaffen. Es muss solche geben, wie es welche geben muss, die die Gartenkunst, das Anlegen von Früh- und von Spätbeeten weiter pflegen, die Rettiche in die Erde senken und Tomaten aus der Erde hervorziehen. Es muss uns geben, um der Weiterentwicklung dieser Fertigkeiten willen. Denn es ist wahr, man kann Steine setzen und Blumenzwiebeln, Kirchenfenster gießen und Glassteine für Kaleidoskope in Flüssen sammeln.

Du bist Elementarphysiker. Während deiner Sitzungen am Elektronenmikroskop oder  am Radioteleskop von Mount Palomar, das in die schwindelnden Tiefen des Universums hinaussieht, kommen dir Zweifel an deinen Fertigkeiten und sie gehen wieder vorbei. Du fragst dich, ob Neutronen, Protonen und Quarks rund oder hexagonal vorzustellen seien. Einen Punkt stellt man sich rund vor. Aber sollten wir nicht besser von den Bienen und den Zellen ihrer Waben lernen, die aus gutem Grund hexagonal sind? Deswegen schlage ich vor, hexagonale Elemente zu nehmen, beim Städtebau und beim Ausbau der Modelle, unter denen wir uns unsere Universen und die darin auftauchenden Labyrinthe vorstellen.

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