Kabbala – in Erinnerung behalten

Kabbala – in Erinnerung behalten:

Innen kommt von innon, aufnehmen.

Das Innerste (eines Menschen) ist Aufnahmegefäß (Rezeptakel), Zisterne, Bauch – und  dadurch Quellorgan.

Es ist nicht von vornherein vorhanden, sondern entsteht.

Es wird mit der Geburt – oder schon im Uterus – erworben durch Anstöße, Gaben und andere, von außen kommende Impulse, Substanzen, Elemente. Sie bilden die Nahrung, die durch Einverleibung dem Innersten zuwächst, aus der es hervorgeht.

Das Innere und Innerste nimmt dadurch zu, dass sich darin frisch Aufgenommenes mit bereits Vorhandenem, bzw. früher Aufgenommenem verbindet.

Das untergegangene Wort innon hat die Bedeutung verbinden.

Ein „Inneres“ ist also keineswegs homogen, sondern ein Verbund, ein komplexes Supergeschöpf.

Es ist nicht einsiedlerisch, sondern in sich gesellig.

In der reflexiven Form bedeutet innon = sich einreihen, sich zugesellen.

Es ist die individuellste und persönlichste Instanz in einem Menschen, hat dabei aber eine

gleichsam soziale Struktur, die Struktur einer idealen Innung.

Indem das Innerste eines Menschen sich unaufhörlichen Einverleibungen verdankt, organisiert es sich körperschaftlich.

 

Das Innerste hat vielfältige Einverleibungsorgane oder Rezeptoren: Magen, Gaumen, Häute, Schleimhäute, Trommelfelle, Netzhäute. Die Ausscheidungsfunktion ist dabei weniger offenkundig als die Funktion des Aufnehmens.

Innerstes wird unter Eingeweihten esoterisch genannt.

Bei dem Innersten, von dem hier die Rede ist, handelt es sich um ein leibhaftiges, um ein eher vulgäres, d.h. allgemein verbreitetes Inneres.

Es zeigt – oder verbirgt sich vielmehr – in exoterischer Gestalt.

In Erinnerung behalten: auch erinnern geht auf innon zurück und erhellt sich aus den Winken, die dieses untergegangene Wort erteilt.

(untergehen ist wie vergessen wie ausscheiden) …

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