bei genauerem Hinsehen

besteht die Welt, erklären die Pythagoreer seit zweieinhalb Jahrtausenden, besteht die Welt aus Zahlen und Buchstaben. Das hält sie zusammen und mischt sie immer neu, von einem Augenblick auf den anderen. Dies ist, wenn man so will, eine Sache des Geschehens, nicht unbedingt eine des Zufalls. Gelingen und Missgeschick sind periphere Qualitäten und Schicksal eine mechanische Vorstellung, genau wie Geschichte in immer neue Konstellationen und Figurationen ausfaltet und übergeht. Worte schlagen um in Zahlenkolonnen und Summen, aus Ziffernreihen werden lange Sätze, endlose Erzählungen. Auch diese Geschichten bilden Geschichte, bilden sie jedenfalls teilweise ab.

Der herzutretende Laie wundert sich, wie aus einem einzigen Buchstaben – nehmen wir einmal die Fließzahl rho oder die Kreiszahl pi, unermessliche Zahlen- und Bedeutungsströme hervorquellen können. Von der Null, diesem ungeheueren Futteral, dieser kosmischen Dunkelkammer und Leerstelle gar nicht zu reden.

 

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