bequem

Ein gespaltenes Verhältnis dazu. Ein Gemütszustand, gemütlich, der durch äußere Umstände herbeigeführt wird. Mach’s dir bequem. Das ist: fühl dich wie zu Hause.
Soll und darf man sich’s bequem machen, nicht bloß dann und wann, sondern als Regulativ fürs ganze Leben?
„In der Bedeutung ‚träge, faul‘ erst seit dem 18. Jh. gebräuchlich“.
Davor hat es einen besseren, einen schöneren Klang gehabt. Die althochdeutschen Generationen vor uns haben biqueman gesagt, eine Zeit davor biquami. Das war im 9. Jahrhundert und hört sich fast indisch an. Damit gemeint war alles, was ‚tauglich‘ und insofern einem Menschen zuträglich, bekömmlich war. Und wer hätte gedacht, dass Bequemlichkeit über die satten und trägen Zustände, in denen man sich am liebsten dauerhaft, ja lebenslänglich einrichten möchte, ganz entschieden ins unruhige Werden hinausführt? Im Englischen ist es nämlich become, become perfect, become friendly, werde vollkommen, sei freundlich. Da kann‘s auch unbequem und ungemütlich werden. Das sind Stufen, die mühsam erklettert werden müssen. Dort wird’s wohl erst bequem, wenn man sich der geforderten Entwicklung, der rüttelnden Fortbewegungsweise anbequemt hat.

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