Astralpuppen

Hier, im extrapolaren Raum, gibt es Figuren besonderer Art, in
Gruppen über die Bildfläche und in den Bildraum verteilt. Ihr
Teint ist glatt und rosa wie der von Säuglingen. Nichts nährt
sie, außer der Zeit, die in flacher Dünung über sie
hinstreicht. Und ihr Gehilfe, der Mond.
Astralpuppen, vielleicht sind sie es, vielleicht halten sie
sich nur dafür. Jedenfalls ist jeder Tag für sie ein
Vorgeschmack und – oh! – der Anblick des Meeres, über dessen
rosig beleuchteten Sandstrand sie wandeln.
Sie wetteifern in seiner Bläue und lassen unter ihren nackten
Fußsohlen den Glitzerquarz wirbeln. Dann wie ein Geräusch, ein
Knirschen vielleicht, das in Zeitlupe schwebt – und natürlich, eh ichs vergesse – die Gischt und das Gas, die zwischen ihren weitoffenen Mündern wie Girlanden aus Sprechblasen durch den Weltenraum hängen.

1986

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