Experiment

Im Experiment ist die Unmittelbarkeit, die ein Erlebnis kennzeichnet, aufgehoben.
Zwischen dem, der die Erfahrung plant, provoziert und herbeiführt und dem anschließenden Geschehen selbst gibt es einen Abstand.
Eine Tendenz zur Versachlichung, zur Objektivierung bestimmt das Vorgehen, das sich als Experiment ausgibt oder vielmehr erst noch zu beweisen hat.
Wissenschaftliche Neugier, der Wunsch, Umwelt, Natur, andere Personen, insbesondere aber sich selbst zu erkunden spielen im Experiment lebensgeschichtlich mit und bilden dessen hauptsächliche Antriebe. All diese Interessen vergehen mit den Jahren, mit zunehmendem Alter.
Der experimentelle Umgang mit sich selbst, mit anderen und anderem erlischt, sobald eine gewisse Sättigung des Selbstbewusstseins eingesetzt hat.
Oder sobald klar geworden ist, dass diese Art, sich Welt anzueignen, unbefriedigend bleibt.
Ereignisse bleiben Ereignisse. Sie lassen sich nicht aneignen. Experimente täuschen das Gegenteil vor.
Sie stellen sich in den Weg, der zu frischen Erlebnissen führt.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.