ödipale Neugier

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zeigt sich darin, wissen zu wollen,

Fragen zu stellen, die zurückgehen und fußen

Grundfrage:

wer sind meine Eltern – aber in Wahrheit?

Ein so fragender Mensch hat natürlicherweise Mutter und Vater,

hat Erzeuger, leiblichen Mann und leibliche Frau.

Irgendwie sind die zusammen gekommen.

Doch wie ist so was passiert?

Wie ist es gekommen, dass es schließlich zu mir kam?

wie hat sich was zusammengetan, dass sich jetzt

alles auf einmal in m i r  ballt?

wo komme ich, nicht der Überlieferung nach,

nicht dem Hören und Sagen nach,

sondern in Wirklichkeit her?

Und wenn es so und so sein sollte:

was hat dann die hervorgebracht und werden lassen,

die mich werden ließen und hervorgebracht haben?

Die Suche nach Gründen der Entstehung, nach

fremden und eigenen Ursprüngen, Mündungen, Quellen gerät immer wieder

an die fons vitae, an die enge Pforte der Entstehungen,

an die Wurzel der

Generationen.

Dort sind total inkompatible Faktoren gegeben, die dennoch in Konjunktionen geraten.

Eine flüchtige, eine kaum ephemere Übereinstimmung macht

diese verschlossenen, diese sterilen Faktoren im Bruchteil

eines Augenblicks generativ

(dabei scheint Inkompatibles ausgeschlossen zu sein, ferngehalten von jeder Erzeuger- oder Hervorbringerschaft  – jedenfalls im Prinzip).

Schöpfung, Genesis, Genealogien und Erzählungen um und über Entstehungen …

Toledot, Genealogien, die gewiss nur Sagen sind.

Stammbäume wachsen gewiss

natürlich nicht in den Himmel.

Sie werden erdichtet, erzählt.

Neugier hat sie nicht selber gegraben, gepflanzt,

nährt und begießt jedoch mit hellem Interesse und lichtem Entzücken,

gräbt im Dunkel auch rundherum um

(regenwurmartig).

Mythisches Gelände, Landschaften,

Urwälder, in denen sich ödipale Neugier reflektiert und bewegt.

Sie und sich und alles in ihnen verwandelt sich und wird Forschung.

Gegenstände verwandeln durch Phänomene

verzaubert in denen sie zugleich ihre Motive verbirgt:

sie werden Natur und aus Natur zieht Wissenschaft ein und Wissen hervor.

Aus Wetter und Wind, aus Donner und Blitz kommen

Schrecken und Entzücken entgegen,

ein entrückender Geist.

Da sind sie!

die Naturen, die Geister,

Kobolde und Triebe,

deren Konkubinat voller Widerstreit und Vermischung der

Glieder, Säfte und Züge

phantastische Szenarien ausfüllt.

Das setzt Phantome und Schimären ins Netz

und überall auf den Bildschirm.

Landschaften, Orte, Weisen und Welten …

Aber das alles will immer wieder

neu gedacht, erfragt, erforscht und erträumt sein,

experimentell, wenn es geht.

Denn:

am Entstehen von eins oder zwei

sind mindestens dreie

beteiligt:

eine Mutter, ein Vater

und

Neugier danach

die vorläufig und wie zum Versuch

sich in der Gestalt eines Kindes

annimmt/versteckt:

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Drei werden

es aber sind
niemals Eins

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