Hirnforschung

Erfahrungen und Reflexionen über Hirnhälften. Wo soll man sie sammeln? Ein Problem, leider: außerhalb des Gehirns ist kein Platz. Eingesammelt ergibt sich somit ein großes Gedränge. Warum bloß sammeln Leute Hirnhälften? Manche sind verrückt danach. Auch ich habe einiges gesammelt: erstens Pilze und ihre Wirkungen, dann die einfachen Drehungen innerhalb der Hirnhälften und von einer Hälfte zur andren. Psychotrope Reagenzien, Adrenalinausschüttungen, LED-Impulse und hormonale Erleuchtungsfunken.  Außerdem habe ich rechts und links immer neu platziert und sortiert. Da darf, für meinen Geschmack, nichts so bleiben, wie es ist. Das hat doch in der Drehung, also von links nach rechts und umgekehrt, seine Kraft, seine Dynamik. Hier haben sorgfältige Forscher gesammelt, die Drehung von links, die Drehung von rechts, den Uhrzeigersinn haben sie gesondert aufgenommen und beiläufig den Tanz der Bienen beobachtet und verglichen mit dem der Moskitoschwärme. Eine sorgfältig zu verrichtende Forschungsarbeit, alles hirnphysiologisch korrekt und fundiert. Links taucht infolge der Drehung rechts auf, und rechts wiederum erscheint genau dort, wo eben noch links war. Bedenke: dies sind die Voraussetzungen für Ordnung und für Konfusion, für Beständigkeit ebenso wie für Verwirrung. Konfuzianismus und die ersten Naturphilosophen der Welt sind ohne solche Wendungen, Kehrtwendungen oder Umkehrereignisse gar nicht zu denken. Dass etwas verkehrt ist, ist umgekehrt ja auch der Fall. Dadurch erst kommt es zu einem mobilen Ausgleich bei anhaltendem Austausch. Zur gegebenen Zeit ist alles ausgetauscht. Das ist das Geschäft, die Tagesökonomie. Es findet statt im Gras und in der Seele. Man weiß nicht, kommt es aus dem Gras oder kommt es aus der Seele. Eine alte Behauptung beharrt: es geht gegen Null. Es geht rückwärts. Es geht im Spiegelschritt. Es geht mit Lichtgeschwindigkeit. Es geht im Schlangentempo. Es geht überhaupt nicht. So gehen die Auffassungen, Meinungen und Ansichten auseinander. Man muss sie richtig buchstabieren. Dann zeigt sich: auch sie sind bereits vollständig ausgetauscht und es klappt. 
Betrachten wir die gegenüberliegende Seite. Wie sieht es da aus? Alles auseinandergezogen, der Himmel in alle Richtungen, der Boden auch. Zenith und Nadir baumeln irgendwo in der Gegend. Die Koordinatensysteme völlig lose, verwirrt und verknotet. Macht nichts. Gibt sich. So genannte Auftragsbücher füllen und leeren. Unterschiedliche Standorte und Säulen tauchen auf, aus Wasser, aus unterschiedlichen Seiten und Zeiten. In den Kapitellen Eingrabungen, wie man sie tagtäglich sieht, sobald man einmal die Augen zu macht. Auch die See gegenüber erstreckt sich in alle Richtungen. Die Wasser gehen hoch. Es herrscht eine starke, aber harmonische Dünung. Sobald man sich daran gewöhnt hat, ist es einem nicht mehr lästig. Wellengang ist keiner mehr zu spüren. Die Richtungen, in die der Himmel auseinandergezogen ist – unnötig zu sagen – sind ebenfalls vertauscht. Die sideralen Pole spähen ineinander und verlieren ihr spezifisches Atomgewicht samt ihren grammatikalischen Geschlechtern.
Aus Einsen werden Nullen, Nullen strecken sich zu Einsen, Zahlen schlagen aus, schlagen in Buchstaben um. Diese Prozesse entsprechen der Dünung und ergeben sich daraus. Was hier geschieht, erfolgt proportioniert, in Etappen und Rationen. Anschließend tritt es seine Reise in andere Räume an. Die Proportionen sind abgepackt. So treten sie ihre Reisen ins Ungewisse an, gelangen mitunter ins Doppelreich. Das ist in sich und an sich gespalten, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.Sobald es man es zeichnen versucht, schlagen schräge Konturen durch. Sie drücken wie  Balken durch ein nasses Tuch oder wie eine Wäscheleine im aufgehängten Laken. Das ist so beim Zeichnen, beim Abzeichnen: die Dinge spielen ihre Vertauschakte mit.

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