rites de passage

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Traurigkeit, bleib fort, sonst stecken wir dich ins Futteral, singen die Eingeborenen auf der kleinen karibischen Insel einander zu, sobald die Anzeichen des Sterbens sich zeigen.
Sie halten auf diese Weise den Tod auf, den Traurigkeit im Rollstuhl vor sich her schiebt.
Wenn sie das Singen hört, hält Traurigkeit inne.
Sie verliert sich in eine Benommenheit, die noch tiefer als ihre eigene ist.
Erst durch heftige Handzeichen gelingt es dem Fahrer im Rollstuhl, seine Gehilfin zurückzuholen. Sein dürrer Arm winkt die Richtung. So treibt der Tod die Traurigkeit weiter, ihn zum Ort des Geschehens zu schieben.
Aber die Sänger haben durch diese winzige Unterbrechung ein wenig Aufschub gewonnen, eine Atempause, die ihr kurzes Leben, das sie auf dieser sonst armseligen Insel verbringen, merklich vermehrt.

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