Nadel und Faden

Mit Nadel und Faden durch dick und dünn. Der Faden, er geht durchs eine Öhr hinein und durchs andere wieder hinaus. Es ist niemals dasselbe Ohr, das Ausgang und Eingang abgibt.
Der Durchzug durchs Öhr wird von einem Stakkato auf dem Trommelfell begleitet. Dann schießt die Nadel mit erhöhter Geschwindigkeit durch dick und dünn, durch Wände und Kartons, durch Häute und Nähte, die sie in geschwindem Durchgang repariert und verschließt.
Eine Nadel ist emsig. Sie gleicht einer Harpune ohne Widerhaken. Pfeilschnell zieht sie den weißen, roten, gelben oder schwarzen Faden hinter sich her. Ihr jähes Auftauchen erschreckt, wie der aus dem Himmel herabschießende Bussard im Feld die Mäuse erschreckt. Denn die Hände, die zwischen Zeigefinger und Daumen die Spitze der Nadel ausrichten – wir sehen sie nicht. Und der Faden, silbern oder himmelblau, zieht blitzschnell durch uns hindurch, ohne dass wir es merken.

Es stellen sich Zusammenhänge her, ähnlich der Verkettung von Perlen, ähnlich der Vernetzung von Drähten und Überlandleitungen. Ein riskantes Geschäft, wenn Nadel und Faden wie ein Blitzstrahl oder wie ein Meteorit durch dick und dünn fahren und die Freiwillige Feuerwehr den Einschlag verschläft oder in der Ferne, weitab vom Einschuss, im selben Augenblick Blasmusik macht oder in Passau zum Schützenfest aufspielt.

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