aus voller Brust

Aus voller Brust hüsteln.
Aus voller Brust eine Schlange bei ihren ersten Flugversuchen beobachten.
Aus voller Brust auf Spitzbergen im dortigen Eiscafé Dolomit einen Sahnepunsch schlürfen.
Das sind die Genüsse, um die einen dies Leben gebracht hat.

In einen leeren Brustkorb geboren zu sein, so was wächst sich nicht aus.

Gewiss, für alles gibt es Ersatz.
Erdenke ihn, um ihn zu finden!
Auf dem Radarschirm den Wolkenflug,
dem Ziehen der Zugvögel nachgehen …

Andere sind zu bedauern: sie sehen nicht mal schwarzweiß.
Sie müssen, ständig gebückt, ihre unentwegt nachwachsenden Fußnägel schneiden und den Melkschemel rücken, der sie mit Not vom Erdboden abhält.
Und unaufhörlich die lästige Frage, wozu?

Inzwischen mag man die flimmernden Schatten, die über den Monitor gehen.
Zwischen den Rippenbögen flattert die Wäsche.
Thorax und Pneuma lassen sich jetzt ohne Fernglas und Brille studieren.
In entrückten Momenten spielt einer Jona im Bauch eines Wals, durch dessen Brustkorbgestänge Gischt hereinschlägt und Abgrund und Abgrund sich zuzwinkern.

Im übrigen muss es nicht Spitzbergen sein.
Sahnepunsch schadet den Zähnen und
Schlangen, die fliegen, lenken bloß ab, wo
es doch Brennenderes gibt, Protuberanzen und Pusteln, die in der Salzkruste aufbrechen.

Einst wird es sowieso kein Vergnügen mehr sein, in Eiscaféstühlen zu lehnen.
Die Elemente sind, dem Vernehmen nach, mürbe. Und inzwischen kehrt auch der schwärzeste Rabe, den ein Gedanke ausschicken kann, nicht mehr zurück aus Sekunden und Spalten, die der Weltboden aufwirft.

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