nicht nur Blech

„Völlig außergewöhnlich aber ist jene Geschichte, für die kein Geringerer als Plutarch einsteht. Sie handelt von einer Elster in einem römischen Barbierladen, die wahre Wunder in der Nachahmung all dessen vollbrachte, was ihr zu Gehör kam. Eines Tages geschah es nun, dass ein Trupp Trompeter vor dem Laden hielt und lange zu blasen begann; von dem Augenblick an und noch den ganzen nächsten Tag über saß die Elster nachdenklich, stumm und melancholisch da, worüber sich alle Welt verwunderte, und man meinte, das Trompetengeschmetter müsse sie wohl so verwirrt und betäubt haben, dass ihr mit dem Gehör auch die Stimme verloren gegangen sei. Schließlich stellte sich jedoch heraus, dass es sich in Wirklichkeit um eine tiefe innere Sammlung und Konzentration handelte, weil sie im Geist ihre Stimme schon darauf einübte, den Klang dieser Trompeten zu imitieren; und so wusste sie deren Stöße, Pausen und Variationen mit den ersten Tönen, die sie wieder hören ließ, tatsächlich aufs vollkommenste nachzuahmen, während sie durch das Neugelernte alles, was sie bis dahin zu sprechen verstand, fahren ließ – es war ihr nichts mehr wert.“

 aus: Michel de Montaigne, Von der Kunst, das Leben zu lieben, übersetzt, ausgewählt und herausgegeben von Hans Stilett, München: dtv 2007, 235f.

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in Portalen auf Portale horchen

im Echo der Portale in den Portalen

auf Echos horchen und lauschen

beides fahren lassen

im lauten Geräusch eines

um sich schnellenden Stroms

breit dahin sausender

Daten

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