hier bin ich

Hier bin ich!

die naheliegende Frage dazu:
                                                              kann ich auch anders?
richtet sich gegen nichts, auch nicht gegen den freien Willen oder gegen Destination (Bestimmung) und Prädestination (Gegenbestimmung).

Sie ist in den menschenleeren, aber partikelreichen Raum gerufen, der diesen Ort und Augenblick umhüllt und umtanzt.

Der Ruf geht durch den Raum hindurch, wie ein einsames Surfbrett, wie ein Glissando.

Der Ruf „Hier bin ich“ ist ein heiliger.

Die Propheten haben so ausgerufen und Luther ebenfalls.

Sie riefen in dem Bewusstsein, vielleicht anders zu sein, aber nicht anders zu können.

Das ist ein Elementardrama, das spätestens mit Abraham beginnt und bis zu diesem Augenblick keineswegs aufgehört hat.

Eva und Adam waren Eingeweihte, Adepten und Initianten in diesem Drama.

Für einen schwer zu bemessenden Augenblick umriss der Schöpfer des Garten Edens diesen Standpunkt. Er wandelte oder schritt unter den Bäumen, zwischen deren Laub Adam sich versteckt hielt. Dann kam die Frage durchs Blätterdach, entsprang vielleicht einem weißen Rauschen, das durch den kosmischen Raum ging:

Wo bist du?

Möglicherweise kam die Frage ganz anders.

Aber so kam sie bei Adam an und ist festgehalten im dritten Kapitel der Genesis.

Adam hatte zu große Angst, um mit „hier bin ich“ zu antworten.

Hat er überhaupt geantwortet?

Es ist zu vermuten, dass Adam sich tot gestellt, dass er geschwiegen hat.

Denn es ist schmerzhaft, schwere Geburt und manchmal sogar tödlich, mit Wahrheit herauszurücken.


Immerhin kam dann doch ein wenig davon zur Welt.

Schade drum, dass durch Rekonstruktion und Richtigstellungsversuche seither manches verfälscht worden ist.

Mit dem Hiersein ist es sehr schwierig geworden, mit dem Dasein und Dortsein auch.

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