Aufbau in den Himmel

gegen 8 Uhr

Gegen Morgen setzen heftige Träume ein. Vom Fenster in einem Haus am Rande Berlins den plötzlich herbeistürmenden Bodennebel beobachten. Nur knöchelhoch, aber alles ertrinkt darin. Ein paar Maulwurfshügel unten auf der Wiese, sie ragen noch für Augenblicke hervor, wie Bergkuppen aus einer gleichförmig zusammenhängenden, aber geschwind dahinziehenden Wolkendecke. Das wallt mit hoher Geschwindigkeit dahin, ein erstaunliches Naturschauspiel. Eigentlich wollte man heute die Rückreise antreten. Aber unter diesen Umständen noch zwei drei Tage Berlin. Über der weißen Fläche auf einmal Sturm in entgegengesetzter Richtung, der Zweige mit bunten Blättern vorm Fenster im Gegensinn vorbeireißt. In der Ferne zu sehen eine Frau mit Kopftuch. Zwischen hohen Rosenkohlstöcken und Staudenbeeten geht sie im Winkel von 45 Grad gegen den Sturm an. Dann doch noch Abflug oder Abreise. Euro- und Ausweiskontrolle, weil in der letzten Zeit viele Fälschungen vorgekommen sind. Die Kontrolleure sind sieben Männer in taubengrauen Anzügen. Sie nehmen Stichproben vor. Einer durchsucht einen ganzen Sack voller 1-Euro-Münzen. Dazu bemerkt er, es gibt keine Grenzen mehr, sie sind alle gefallen. Nach getaner Prüfarbeit führt das Septett einen albernen Ritus durch. Sie springen ausgelassen neben einander durch den Raum, erinnern an Känguruböcke, aber doch wie verabredet. Danach geht es ins Freie hinaus, wo man aufmerksam wird auf ein vielstöckiges Gebäude in der Ferne. Jemand sagt, das ist das Rock Hotel – spricht Rock ganz deutlich wie Rack aus –  dies ist das Rack Hotel, Aufbau in den Himmel. 

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