Beigaben

Lebensläufe raten, Berufe, Vorlieben, Hobbies … :

Skulptur über einem Grab auf dem Ricklinger Friedhof
und Grabbeigaben zu deren Füßen

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Werbekunst

Ein „still“ aus einer Video-Bildschirmwerbung.
Im Werbebereich sind zahl- und namenlose Künstlerkollegen engagiert.

Werbekunst – eine „Disziplin“ mit erbarmungslosem Wettbewerb zwischen Experiment und Konvention, ein hektisches Genre, das auf Aufmerksamkeit und Augenfang aus ist. Aber ist das nicht auch künstlerische Absicht?

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Jahre der Verpackungen

Vor vielleicht hundert Jahren hat Kurt Schwitters  behauptet, „man kann mit allem malen“, mit rostigen Nägeln, Garnrollen, Drahtstücken, weggeworfenen Straßenbahntickets …
Er hat diese Behauptung in Kunst umgesetzt.
Heute leben wir in einem ausgeprägten Verpackungsjahrzehnt.
Waren und Güter werden für den Transport und/oder zur Repräsentation auf sehr unterschiedliche Weise verpackt.
Dateien wiederum, wie sie jedes Update liefert, werden „entpackt“. In der gegenwärtigen Phase der massenhaften Verpackungsproduktion kann man aus diesen industriell vorgefertigten Materialien ebenfalls Kunst machen – und zwar o h n e den an sich löblichen Recycling-Gedanken im Kopf.

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Kunst bekleidet

industriell gefertigte Tierwesen,
einmal nackt [schwarz],
einmal bekleidet [gefleckt]

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Pfingsten

sieht so aus, als sei in den Kakteen extra viel Geist hängen geblieben –
liegt vielleicht an den Stacheln

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Leichtigkeit

Immer hat sie sich Leichtigkeit gewünscht, aber die ist schwer erschwinglich, hat man zu ihr gesagt. Wer nicht als Kind schon, wer nicht schon im Mutterleib fliegen lernt, lernt es nie.

Schau dir die Trapezkünstler an, die Akrobaten. Sie haben ihren trägen Leib abgeworfen, sind durch Gefahren und Schwindel hindurchgegangen. Das hat sie schmiegsam und gelenkig, das hat sie leicht gemacht. Aber du, meine Liebe, kommst zu spät mit deinem Wunsch. Diese Sehnsucht, du hättest sie erkennen müssen, ehe sie in dir aufkam. Nun bist du zu schwer, zu langsam. Wenn sich eine Welt oder Sphäre der Leichtigkeit vor dir eröffnen würde, du würdest darin herabfallen wie ein Stein.

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Relativität

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Christopher Williams

In allen Räumen sind Transportverpackungen abgestellt. Sie sind dort aufgestellt. Die Ausstellung könnte Tara heißen, wie Tara in Netto, Brutto, Tara.

Aber es sind keine Bild- oder Objekttransportkisten, sondern Stellwände, transportable Wandverbindungen. Außerdem sind es keine originalen Doppelwände, sondern Repliken. Schade, dass sie Originale simulieren, dass sie wie die originalen Stellwände hergerichtet sind, an denen Williams vor Jahren in anderen Ausstellungen seine Fotoarbeiten hängen hatte. Auch jetzt sind an einigen Fotos von Williams angebracht.  Normative Models heißt die Ausstellung. Also Module. Die Sujets der großen Fotos kommen aus der „westlichen Konsumgesellschaft“. Das sagt nicht viel. Sie sagen ganz allgemein nichts Besonderes. Man wird den Gedanken nicht los, dass die Stellwände in Wirklichkeit große Transportkisten sind [leere Container].

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Fontäne

Eine Wassersäule [Fontäne], die immerfort in ihren höchsten Punkt aufsteigt, im Scheitel angelangt mit wachsender Geschwindigkeit herabstürzt und mit Getöse auf der schäumenden Wasserfläche zerschellt. Ein lebhafter Anblick, aber ein unangenehmes Geräusch zwischen Scheppern, Platschen und Klatschen. Davonwehender Wasserstaub. Das Geräusch erinnert an die im Winde klirrenden Fahnen, wie Hölderlin sie vernommen hat an einem Tag im Herbst.

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es heißt …

er sei leihweise erfinderisch
Entdeckungen

die bei anderen ein säuerliches Aufstoßen auslösen
ihm stoßen sie zu und
sie lassen sich nicht abspenstig machen
als hätten sie lange schon auf sein Kommen gewartet
nur der Stein der Weisen
der ist ihm noch nicht untergekommen
es gibt eine Erklärung dafür
Steine sind geduldig
sie leben länger als das älteste Schildkrötengeschlecht
sie haben Wartezeiten
die in die Lichtjahre reichen …

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