Mosaikkunst

Heute haben wir die besten Bedingungen, die Kunst des Mosaiks auf eine neue Stufe zu führen. Musikalische Mosaike, textuelle Mosaike, visuelle Mosaike. Verlieren wir uns nicht in die Collage, begeben wir uns mit frischem, aus antiken und außereuropäischen Quellen gespeistem Mut und Gestaltungswillen ins Mosaik. Begehbare Mosaiken, wie das in Ravenna. Schaffen wir für die Bodenlosigkeit eine entsprechende Oberfläche. Andere sollen weben und die Tradition der fliegenden Teppiche wieder aufnehmen. Wir bleiben dabei und machen uns mit der Mosaikkunst zu schaffen. Es muss solche geben, wie es welche geben muss, die die Gartenkunst, das Anlegen von Früh- und von Spätbeeten weiter pflegen, die Rettiche in die Erde senken und Tomaten aus der Erde hervorziehen. Es muss uns geben, um der Weiterentwicklung dieser Fertigkeiten willen. Denn es ist wahr, man kann Steine setzen und Blumenzwiebeln, Kirchenfenster gießen und Glassteine für Kaleidoskope in Flüssen sammeln.

Du bist Elementarphysiker. Während deiner Sitzungen am Elektronenmikroskop oder  am Radioteleskop von Mount Palomar, das in die schwindelnden Tiefen des Universums hinaussieht, kommen dir Zweifel an deinen Fertigkeiten und sie gehen wieder vorbei. Du fragst dich, ob Neutronen, Protonen und Quarks rund oder hexagonal vorzustellen seien. Einen Punkt stellt man sich rund vor. Aber sollten wir nicht besser von den Bienen und den Zellen ihrer Waben lernen, die aus gutem Grund hexagonal sind? Deswegen schlage ich vor, hexagonale Elemente zu nehmen, beim Städtebau und beim Ausbau der Modelle, unter denen wir uns unsere Universen und die darin auftauchenden Labyrinthe vorstellen.

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