Kohelet

hört die brennenden Nesseln unter dem Topf knistern, sieht das Feuer in all seinen Farben, rauchig und blau, aufgewölkt, geädert wie Moos- oder Binsenachat.

Draußen vor den Türen und Straßen hört man Geschrei. Da sind Netze, die ruckartig zusammengezogen werden. Wie Fische und Vögel, so werden auch Menschen seit jeher gefangen. Dann treten sie, verstaut und gebündelt, immer noch betäubt von ihrer jähen Gefangenschaft, ihre Reise als Fracht an durch Häfen und Stadien. Wir ziehen dahin, sagen sie. Sie geraten von einem Weltmarkt zum nächsten, von einem Umschlag zum andern. Nachts aber glitzern die Sterne, prasselnd und dicht wie die Funken unter einem überm Feuer hängenden Topf.
Tote Fliegen verderben das Öl und die Suppe. Spinat wird trübe davon, das Spiegelglas fleckig und Fensterglas bricht, fällt jemand unerwartet ins Haus. Das sind garstige Omen, die sich den Inventaren und Möbeln aufdrücken. Aber die Reise geht weiter, die Verschiebung der Beute aus Zappelnden und Betäubten, aus Muntren und Krüppeln, geht weiter, auch dort, wo die Zeiträume knirschend und unwegsam scheinen. Denn das sind wir: Zähnemalmer, Fußaufstampfer, dem Abschied und der Ankunft winkend, Vergießer von Tränen, Verschütter des Harmnapfes. Feuerstöße können aus zusammengezogenen Stirnfalten hervortreten, Qualm kann zwischen den Brauen aufsteigen. Wie berstendes Glas hüllt die Kälte uns ein. Aber insgeheim ahnen wir, es ist alles ein Spiel, eine Partie, wo wir gerade dran, wo wir gerade im Gegenzug sind.

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