Corona

Corona
In der Krone und im Bann eines Baumes.
Nennen wir ihn ruhig so: Krone, hebräisch Kether, wie vor uns Kabbalisten.
Ein Baum, der sich in der Krone entfaltet, auslädt und anfängt.
Nicht von den Wurzeln her und nicht im Stamm und nicht aus den Wipfeln.
Darin stecken und hängen wir, im Verästelten. Hängen im Wind, der durchs Blattwerk geht. Den manche für einen krankmachenden Dunst halten, für eine Art Pesthauch [Miasma]. Sie führen alles Verhängnis, das sie durchweht, auf dieses Miasma zurück.
Andere meinen, ein Atem, ein Lebenshauch, der allerdings zum Sturm werden kann, der alles zerreißt, sowie zur tödlichen, zur erstickenden Windstille.
So hängen wir alle im Baum, aufgehängt an Händen und Füßen, mit den Köpfen nach unten baumelnd, wie Klöppel in einer Glocke, so schwingen wir hin und her in der Krone, die uns metaphorisch aufgesetzt ist.
Die Meinungen gehen auseinander, wie wir in den Baum gekommen, unter Bann geraten seien [wie es andere fühlen]. Ist das alles aus einer Mikrobe erwachsen oder aus einer giftigen, aus dem verdorbenen Boden aufsteigenden Ausdünstung [Miasma]? Was bloß hat das veranlasst?

In einer beklommenen Welträumlichkeit werden Untersuchungsstationen erstellt. Wissenschaftler kontrollieren mit statistischen Berechnungen die Situation, Lazarette und Quarantänen richtet man ein. Evakuiert und sperrt ab. Angst flutet frei dazwischen, die Furcht ist diffus und groß zwischen den Leuten und in einem jeden von uns. Die Sorge nimmt zu, schützende Maßnahmen unterlassen zu haben, nicht vorgesorgt zu haben für die argen Tage, die erst noch kommen werden. Die Prognostiker sagen Not und Hunger, Verarmung, Verschuldung, Weltwirtschaftskrisen, neue Flüchtlingsströme und schlimme Unruhen unter den Völkern voraus. Andere sagen, dass auch dies nur Vorzeichen seien und dass niemand das Ausmaß der Krise und der Wandlungen wirklich voraussagen könne.

Im Virus, den die Elektronenmikroskope als stachelige Kugel zeigen, etwa wie die Frucht einer Kastanie, gehe, heißt es, eine Sternstunde der Menschheit auf. Unfug, behaupten andere, sie liegt schon lange in der Luft, eure Sternstunde, sie liegt im infektiösen Dunst, der aus der beschädigten Schöpfung aufsteigt, aus den Käfigen und Tierfabriken, aus den Versuchen mit Ratten und Affen. Wir haben sie in Genlabors produziert, in wilden Deponien und Abwässern, mit dem Plastikfeinstaub, der ins Meer spült und die Bäuche und Kiemen der Organismen verstopft. Kein Wunder, dass aus der gekränkten Mitwelt der Tiere und Pflanzen, aus der untersten, d.i. mikrobischen Schicht dieses Virus entsteht, dieser strafende, rächende, mikrobische Unstern, unser aller DesAster. Alles fließt in uns zurück. Vielleicht eine schon lange aufgeschobene Sternstunde, die jetzt ihren Eintritt erzwingt und darauf drängt, endlich zur Welt zu kommen, diese und uns vielleicht [nach Möglichkeit] richtigstellend [und bessernd].

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