Wegbeschreibung

Zur Beschreibung des Durchgangs eines Menschen durchs Leben, durch die Welt, beginnend mit der Geburt und endend mit dem Tod, bedienen sich alle bekannten Sprachen der Metapher des Weges.
Abweichend davon wird auch von der Lebensbahn gesprochen, von Laufbahn und Existenz, mal mehr mit der Betonung auf dem zeitlichen Aspekt, mal mehr unter Berücksichtigung der räumlichen Vorstellung, die Dasein in dieser Welt suggeriert.
Weg ist nicht Straße und nicht Pfad, sondern irgendwo dazwischen. Ein Weg ist zu Fuß begehbar, wie ein Pfad, aber auch befahrbar, wie eine Straße. Persönliches Leben, im Bild des Weges gefasst, lässt offen, ob man eher schreitet oder mitunter auch fährt. Früher, als die Zeiten noch beschaulicher waren, ist man gerne auch gewandelt, gemächlich fürbass geschritten.

Gegen alle geschienten und mechanisch vorgespurten Alternativen, wie Lebensbahn oder Lebensgleis, hat sich der Lebensweg immer wieder durchgesetzt und bis heute gehalten. Das hat seine guten Gründe. Denn zu Fuß, im Schotter eines Gleisbetts zu marschieren, wenn das öffentliche Verkehrsmittel, Schienenbus oder Bahn ausgefallen ist, macht Mühe und Beschwer. Die Lebensbahn ohne Geleise, vom Typ der Autobahnen, ist auch nur dann kommod, wenn Führerschein und Kraftwagen zur Verfügung stehen. Aber schon ein Stau, ein gesprengtes Teilstück, ein verstopfter Tunnel, ein Bergrutsch, der über die Autobahn gekommen ist, kurzum alle Störungen, die ein Weitergehen zu Fuß erzwingen, beweisen dem gequälten Fußgänger, dass auch leere Autobahnen bei der schlichtesten Fortbewegung (auf Schusters Rappen) für diese Form der Fortbewegung nicht geplant worden und denkbar ungeeignet sind.

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