im Diorama

in der Wirklichkeit – und nicht nur in der Kunst – gehören Illusion und pragmatische, über Wissen vermittelte Wahrnehmung zusammen; die Illusion reizt zur Wahrnehmung und Realität wird durch sie und durch den Zufluss von Phantasie überhaupt erst zu einem Faszinosum. Das wird im Diorama dieses Bergwerks überzeugend sichtbar. Die Phantasie lässt, wie wir aus den sagenhaften Montanüberlieferungen wissen, Zwerge und Kobolde, manchmal mit Zauberkappen oder einfachen Zipfelmützen ausgestattet, auf und absteigen. Die Wirklichkeit der Bergwerke überzeugt, dass es Bergwerker sind, die auf den Stufen und in den Schächten und Stollen sich zu schaffen machen. Aber wir könnten weder die Bergleute richtig sehen, wenn wir die sagenhaften und illusionären Anteile abspalten würden, noch ein Gefühl, eine Ahnung für die Tiefe entwickeln, in der sich das abspielt, ohne jene mythischen Phantasmen, in denen von Bergspiegeln und Venetern die Rede ist. Harz, Erzgebirge, Riesengebirge hängen in diesem Wurzelwerk miteinander zusammen.

Bild: aus der Dioramaaustellung in der Frankfurter Schirn

 

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