Opfer

zunächst hat es den Anschein, als spekulierte die Opfergabe, der Anteil an der Ernte oder der Braten, der der Gottheit gestiftet wird, auf deren gesunden Appetit; doch manche Götter riechen auch gerne gute Gerüche, die zu ihnen aufsteigen. Auch die Trankspende, libation, ist ihnen lieb. Inzwischen nehmen die höheren Wesen auch mit Blumenspenden vorlieb und lassen sich Schnittblumensträuße präsentieren.

Doch den Kern des Opfers macht weniger die Gabe aus, als die darin dokumentierte Abtretung, Zession. Dieser Akt legt den Grund für das Bündnis, auf das jedes Opfer hinauswill, das es bekräftigen möchte. Entscheidend ist im Geben das Weggeben, ein erster echter Glaubensakt, eine Handlung auf Treu und Glauben und auf Reziprozität. Doch immer schwingt in den Opfernden die Ahnung mit, es könnte à fond / au fond perdu erfolgen.

In diesem Sinne ist auch das Opfer Jesu zu begreifen. Seine Sonderheit liegt darin, dass es ein Menschenopfer und ein Gottesopfer ist. Gott tritt sich im Gottessohn an die Menschheit ab und die Menschheit entlässt aus sich den Menschensohn, der ebenso einmalig und unwiederbringlich ist wie der Sohn Gottes. Auferstehung ist in diesem Sinne beides, Heimkehren und Weggehen.

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