auf der Flucht

Schlachtrufe ertönen.

Man bindet die Verzweifelten an Tischbeine und unterzieht sie einer Schocktherapie. Flüchtende rennen zwischen Tischbeinen und Bahnhöfen hindurch. Sie haben Säuglinge im Bauch und kleine Kinder geschultert. Auf den Bahnsteigen applaudieren Reisende, wenn Uniformierte bemüht sind, die Ordnung wieder herzustellen. Kauderwelsch. Afrikanische und vorderarabische Dialekte. Ein Mensch versucht, zu seinem Menschenrecht zu kommen. Geht nicht. Gelingt nicht. Ein halbes Dutzend legt sich auf die Geleise, die zum Internierungslager für diejenigen führt, die zurückgeschickt werden sollen. Proteste. Eine Handvoll Männer, die gerade zum Laubsaugen geht, verstopft sich die Ohren. Ein leichter Regen fällt aus einem unsteten Himmel herab. An den abfahrenden Zügen wird gepfiffen und von innen heftig gegen die Fenster geklopft. Die Türen sind zugeschweisst. Die Notbremsen sind aus Voraussicht entfernt. Eine Maßnahme. Die Türblocker.

Wieder ertönen Schlachtrufe. Diesmal verzweifelt. Man lässt den Schreienden keine Gelegenheit. Das ist schrecklich. Sie schreien noch heftiger und kläglicher. Was hilft’s? Wir verteidigen das Vaterland, unseren Mutterboden. Wir sind selbst ein Volk ohne Raum. Wenn wir einmal fliehen müssen, wohin auch immer, da wird uns niemand aufnehmen oder gar gastlich empfangen. Dem kommen wir zuvor.

Wir halten Stand. Wir geben keinen Zentimeter nach. Wir brauchen keine Menschenimporte. Wir haben an uns genug. Das genügt auf lange Zeit. Bleiben wir lieber unter uns, wo es doch Konflikte genug gibt. Wer sich hier einfädeln will, ist selber schuld, wenn der Faden reißt.

Wir wollen unter uns sein. So soll es bleiben, wer oder was auch immer kommen mag.

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