guckkuck

Inzwischen – wir haben fast schon Ende Juni – ist sein Rufen aus den verstreuten Bäumen, wo Wasser steht oder entlangfließt, stille geworden.

Es ist Stille geworden, nachdem wir Kleingeld und Scheine, die wir mit uns trugen, bedacht haben.

Aber die Rufe, wie verschollen sie auch sein mögen, liegen noch in den Ohren.

Das Kuckuckssyndrom hält darin fest:

Ich bin von Eltern auf die Welt gebracht worden, die nicht meine Eltern waren.

In einem Nest bin ich aus dem Ei geschlüpft, das meine Halbgeschwister einnahmen.

Ich habe den Schnabel weit aufgesperrt und bin schneller groß geworden als sie.

Als es keinen Platz mehr gab im Nest, habe ich sie herausgedrängt.

Auf einmal sind sie verschwunden gewesen und außer mir gab es niemanden, den die Zieheltern füttern konnten.

Ich bin ein normaler Kuckuck. Trotzdem frage ich mich bei jedem Ruf, ob ich das wirklich bin.

Was ist das für eine Sprache, die aus mir spricht?

Aus der Ferne kommt eine Antwort.

Antwort und Echo zugleich.

Ich bin zwischen Zaunkönigen groß geworden.

Ich bin unter Bachstelzen groß geworden.

Und du, der du unter Schwarzstörchen groß geworden bist, wie war’s?

Früh ist aus mir schon der Ruf guckgug hervorgegangen.

Ich rufe gug-guh.

Klappern  und zwitschern habe ich auch gelernt. Aber was soll’s und wozu?

Ich kann nicht anders als abhub, abhub.

Vermutlich kann keiner anders von uns.

Abhub gefällt mir, auch wenn ich nicht wirklich weiß, was es ist und warum ich das im Frühsommer unentwegt schreie.

Oder sollte man es englisch aufschreiben, sollte man upwho-b für meinen Schrei schreiben?

Irgendwie klingt das noch besser.

Doch für dieses Jahr reicht’s.

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