fürwahr fürwahr

Alles Wahrnehmen sichert sich ab mit einem Fürwahrnehmen. Die Fürwahrnehmung schlägt die Kletterhaken in den Fels, in die dann das Seil gehängt wird. Es geht also der Wahrnehmung vor und entspricht der Verwunderung im Denken. Die Verwunderung macht ernst und ist ein eingeschlagener Pflock, ein eingerammter Pfahl in Schlamm und Morast, die Seeufer bedecken und Verlandungsgebiete ausmachen.

Hier bin ich, sagt das Wahrgenommene, fürwahr – wir spüren, wie die erste Fürwahrnehmung nachklingt.

Das hört sich an wie schwierige Materie, ist aber im Grunde ganz einfach. Es ist wie die Anekdote vom Juden, der zum Metzger kommt und auf einen Schinken zeigt, der an einem Haken an der Wand hinterm Tresen herabhängt. Er sagt: „Ich hätte gern ein halbes Pfund von diesem Fisch“.

„Aber das ist ein Schinken, mein Herr“, entgegnet der Metzger.

Erwidert der Jude: „Hab ich Sie gefragt, wie der Fisch heißt?“[1]

Auch Sie kennen diese Geschichte und wissen darum –
sie ist wahrlich fürwahr!


[1] Jüd. Kalender, 32. Jg., 2. Juli

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