gut vorbereiten

In der Schulung am Fuße des Lindener Bergs gibt es zwar vieles, was der alpinen Erfahrung vorauseilt (die Lindener Alpen zum Beispiel, ein zerklüftetes Schrebergelände), und anderes, etwa der Fernblick Richtung Deister und Ith, was die aufwendige Anfahrt nach Süden beinahe ersetzt. Aber kein Training an irgendeinem hiesigen Ort, kein Gewaltmarsch rund um den Maschsee (mit Rucksack, vierzig Kilogramm Steigeisen und sechzig Pfund eiserner Ration auf dem Rücken) kann als Einübung in die Beschaulichkeit gelten, die den erwartet, der in der Eigerwand wie am Glockenseil hängt.

Wichtig zu lernen: dass Aufstieg und Abstieg süßsauer eingemacht sind.

Dass das Edelweiß, das aus der Steinwand erblüht, beinah aus Filz und gekämmter Baumwolle ist, wie die Hüte, die unten im Talgrund auf den Häuptern der Tiroler ergrünen. Dass der Steinadler, der mit rauschender Schwinge den Nacken des Kletterers streift, ebensogut ein Schwalbenschwanz, ein wippender Schmetterling sein könnte. Aber dreh dich besser nicht um!

1994

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