Idee

Im Alltag, im poetischen Schaffen  könnte man eigentlich auf Ideen verzichten. Wozu sind sie gut?

Plato hat sie aus gutem Grund in ein Jenseits, in den Ideenhimmel entrückt, wo ihr Dämmerschein auf uns fällt, wie das Licht ferner Sternnebel und Milchstraßen.

Sie taugen nicht bei der Suche nach der Spur, die es zu verfolgen lohnt.

Aber vielleicht hat Schiller doch Recht, wenn er meint, im Gestalten geben sie der Einbildungskraft einen Schwung, indem sie auf einem „unabsehlichen Feld“ die reizende Fülle „verwandter Vorstellungen breiten“, nicht retrospektiv, sondern in Antizipation[1]


Idee des Lehnsessels (ohne Ohren)
eines längst verstorbenen Vorfahren


[1] Th. Rentsch, Strukturen ästhetischer Erfahrung, 77, in: Gaede/Peres, Antizipation

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Idee

  1. sylvia sagt:

    erscheinungen, die in klappkartons kauern, sind mannigfaltig und es lohnt, sie zu schauen und ihnen hinterherzudenken. lehnsessel, monsterfratzen, fragile tiere, teddybären, was entfaltete sich nicht schon alles unter neugierigen augen und händen. und sie tragen geschichten zu uns, vielfältig und mannigfaltig. dank für den lehnsessel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.