mit Verlaub

„Ich bin so frei“, sagte die zur Kaffeekränzchen Geladene, wenn sie ihre Hand mit dem Teller ausstreckte, um sich ein weiteres Tortenstück aufgeben zu lassen.

Diese Formel wischte alle etwa aufkommenden Bedenken hinweg, die Geladene könne ungezügelt , ja hemmungslos in ihrem Kuchenappetit sein.

Im Gegenteil: „ich bin so frei“ bezeugte, dass nach dem weiteren Kuchenstück aus freien Stücken verlangt wurde. Weder aus zwanghafter Gier noch unter äußerem Zwang, etwa weil die Etikette und die Gastgeberin einen sichtbaren und unwiderleglichen Beweis dafür haben wollte, dass das Backwerk gelungen war, dass es den Geladenen mundet.

„Ich bin so frei“ besagte in bündiger Fassung, was umständlicher ausgedrückt heißen mochte:

„ich erlaube mir, in dieser Kaffeegesellschaft eine Freiheit herauszunehmen: sie besteht in diesem köstlichen Stück Torte.“

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