Schenkung

Im 2. Psalm wird der Leser und Hörer Zeuge eines Gelöbnisses, das Gott gegenüber dem Messias abgibt, dem Gesalbten, seinem Sohn, Ps. 2, 7. Er erklärt, „Ich gebe dir die Enden der Erde zum Besitz“, die Völker, goim, und die Enden der Erde, Ps. 2, 8.

Was ist unter ‚Enden der Erde‘ zu verstehen?

Sie hat, wenn man so will, ein räumliches und ein zeitliches Ende, die Erde, einen zeitlichen und räumlichen Horizont, mit dem sie angrenzt ans Nichts, oder an den leeren Raum, oder übergeht in Ewigkeit, oder wo sie schlicht aufhört, das zu sein, was bisher unter ihr verstanden wird.

Arez, Erde, ist im Hebräischen wie im Deutschen Erde nicht nur als Weltkörper, sondern als Stoff schlechthin.

Dieser Stoff hört irgendwann auf, zu sein, was er bislang ist.

Er vergeht, er wird verdunkelt oder verklärt.

Dieses geschieht in und mit aphes, einem Aufhören, das mit Ende(n) übersetzt wird.

Eine scharfe oder fließende Grenze,  die den Übergang in eine total andere Dimension kennzeichnet. Diese Grenze vertraut Gott seinem messianischen Sohn an.

Er überlässt ihm, um wörtlich zu übersetzen, das Nichts, das Nichts dieser Erde und des Stoffes, aus dem sie und wir bestehen.

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