Bildstock

Zum Bildstock: wir wissen genau, Bilder gehen und stehen, im Film und im Lichtbild, im Traum und im wirklichen Leben. Sie nutzen weder Krücken noch Stöcke. Sie behelfen sich anders, mit menschlicher Einbildungskraft – wenn es sein muss.
Ein Bildstock – was ist das, wenn es kein Stock ist, auf den sich ein Bild stützt, wenn es kein Stock ist, ist, in dem Bilder stocken oder quasi parkieren? Stocken wie das Ei in der Pfanne oder wie im Essig die Milch?

Bildstöcke stehen wie Bilder, die in der freien Natur, in welligen Landschaften aufgestützt stehen.
Um sie herum Gras, das sich zu Wiesen ausbreitet und dehnt und wogt im Wüstenwind, den Gobi und Sahara zublasen.
Bildstöcke sind aus Stöcken, Stämmen und Säulen herausgehauene Bilder.
Sie wollen uns zeigen, was wir sein könnten.
Worauf wir hinauslaufen könnten, ohne Desorientierung.
Sie stehen ursprünglich auf Feldern und Marken herum, inzwischen aber – so man will – auch in den Gedächtnisbereichen und Wunschdimensionen.
Das sollte nicht verwundern.
Es sind zugleich heilige und heidnische Aufrichtungen.
Sie bewegen und entrücken. Es sind Säulen, in denen der Stein, das Holz, die blanke und bloße Materie die Heiligen stellt.

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