vom Schatten

Mit dem aufrechten Gang haben die Menschen sich erfunden, aber auch große Schwierigkeiten in den Weg gelegt. „Seitdem der Mensch aufrecht geht“, bemerkt Stanislaw Lec, „ist sein Schatten länger.“ Das hindert und hemmt in gewisser Weise. Sieh dich vor, dass du nicht stolperst über deinen Schatten. Die Sonne im Nacken verlängert ihn bei abfallendem Gelände bis an den Horizont des Möglichen. Sollen wir warten, bis es eintritt, bis die Sonne untergegangen ist?
Keineswegs. Wir wollen weiter, unbeirrt. Wir drehen keinesfalls um. Man wird durch den Abend hindurchgehen können. Licht bricht mit gewaltigem Strahl durch den Horizont durch. Es blendet. Beim Gehen in den Tag hinein wird der Schatten kürzer und kürzer.
Zuletzt die Klage, die sich immer wieder erhebt, die nicht zu stillen ist, wie das Jammern eines Kleinkinds, zuletzt ist die Klage verstummt und der Schatten ist eins mit dir selbst.

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