staubgrau

Staub ist in der Regel grau. Ein Altersgrau. Sein Alter macht den Staub grau. Natürlich fließen im Staub farbige Partikel in Massen zusammen, zahllose Farbtöne, tous les couleurs imaginable. Sie könnten auch einen Regenbogen ergeben oder das Spektrum der Milchstraße. Aber der Konsens ist grau in grau. Eine demokratische Entscheidung im Physischen. Aber vielleicht auch nur Ausdruck einer Müdigkeit, einer Altersschwäche, an die eine Materie in ihrem Zerfallen gelangt.
Schwarz ist keine Farbe. Ist Grau eine Farbe?
Staub könnte auch weiß sein, weil in Weiß sind alle Farbklänge und –nuancen enthalten.
Aber Staub bleibt grau. Der Hausstaub ist grau, in dem die Hausstaubmilben nisten. Der Staub, der in den Wohnungen im Laufe der Jahre die Möbel bedeckt, ist grau und wird grauer und grauer, wenn man versteht, was damit gemeint ist.
Staub, der auf die Dinge fällt und reglos darauf liegen bleibt, entrückt sie in die graue Vorzeit, aus der sie herkommen. Die Vorzeit ist gewiss so wenig grau, wie der Schnee weiß ist. Schau ihn dir im einzelnen an, den Schnee, den Staub, wie es darin funkelt. Aber wir sind blind dafür geworden, staubblind geworden, wie man schneeblind werden kann.

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