Lautmalerei

Lautmalerei ist der deutsche Ausdruck für das Fremdwort Onomatopoesie.
„Onomatopoesie ist die sprachliche Nachahmung von außersprachlichen Schallereignissen.“
Wir haben den Anteil, der das Thema „Stillleben“ ergänzen und anreichern soll, „Lautmalerei“ genannt. Darin schwingt ein Gegensatz zu „Stillleben“. Es geht nicht um die Stille, in die uns die Artefakte dieses Malgenres entführen, sondern um die Füllung – man könnte auch sagen: Tilgung – dieser Stille durch Laute, die mit der Stimme erzeugt werden sollen. Ob man mit den dabei entstehenden Worten wirklich ‚malen‘ kann, ist fraglich. Aber wie wir versuchen, dem Gesichtssinn gegebene Wahrnehmungen und Eindrücke in Bilder zu übersetzen, so kann man auch versuchen, dem inneren Ohr ertönende Geräusche, Melodien und Laute durch die Stimme hörbar werden zu lassen. Daher „Lautmalerei“.

In der Stilllebenmalerei sind, wie in der bildenden Kunst überhaupt, Auge und Hand die tätigen Organe. In der Lautmalerei, wie wir diese Art der Übung nun einmal genannt haben, steht nicht der Gesichtssinn, sondern der Hörsinn im Vordergrund. Ausführende Organe, welche die akustische Interpretation liefern, sind Zunge und Lunge, Kehle, Lippen und Gaumen, Stimmbänder, Zähne. Gelegentlich oder fortwährend beteiligt sind natürlich auch andere Teile des Körpers, vor allem der Oberkörper mit Armen und Händen. Sofern sie nicht aktiv mitwirken, werden sie gleichsam hineingerissen in das akustische und zwangsläufig auch gestische Geschehen. Es gibt da fließende Übergänge zur Gebärde hin, sogar zum Tanz. Wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt, wird ein anderes Stimmgefühl beschworen, kommt ein anderer Ton heraus, als etwa im Sitzen oder gar Liegen. Diese Differenzierungen gelten, mit einer gewissen Einschränkung, auch fürs Malen. Im Sitzen malt es sich anders als im Stehen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.