Idylle und Konflikt

Wer Blumen zum Sujet seines Bildes wählt, einen Blumenstrauß oder ordentlich arrangierte Topfpflanzen, läuft Gefahr, in der Idylle zu landen. Man vergleiche nur den so genannten Blumenbrueghel, der zu Lebzeiten ein vielgefragter Stilllebenmaler war, mit dem seither zu Recht viel höher geschätzten Pieter Brueghel, dessen ins Bizarre und Absurde reichenden Szenen und Schilderungen bis heute eine irritierende Faszination ausüben. Die ungebrochene Lieblichkeit der Gemälde des Blumenbrueghel ist nicht ohne Reiz. Die Bilder sind hervorragend gemalt und geben für repräsentative Zimmer und gute Stuben einen ausgezeichneten Wandschmuck ab. Aber nach heutigem Geschmack fehlt etwas darin, eine Dramatik, ein Antagonismus, in dem unterschiedliche Elemente aufeinanderprallen und eine Spannung herstellen. Es handelt sich eher um Idyllen als um Konfliktfelder oder Konflikträume, in die der Blick der betrachtenden Person hineingezogen werden könnte.
Bei der Erstellung der Vorlage für ein Stillleben ist also darauf zu achten, dass schon im Arrangement eine Spannung angelegt ist, die dann ins Bild malerisch übertragen, vielleicht auch potenziert werden kann.

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