carpe diem

ist lateinisch, ein geflügelt gewordenes Wort, ist so viel wie pack den Tag, fass ihn, ehe er dich zu fassen bekommt.
Es empfiehlt sich, den Tag bereits in der Frühe zu packen, solange er noch jung ist und keinen zu großen Widerstand leistet. Später wird es schwieriger. Dann reißt er sich wieder los und man hat das Nachsehen.
Pack ihn am Schopf, meinen die einen. Die anderen ziehen es vor, ihn an den Fersen zu packen. Ihr Vorbild ist Jakob, der seinen Bruder Esau, der zum Ausgang aus dem Mutterleib drängte, an den Fersen gefasst hielt. Er vermochte ihn zwar nicht mehr zu überholen, weil Esau mit aller Kraft nach vorne gedrängt hatte, aber im späteren Leben ist es dann doch geschehen, dass er an ihm gleichsam vorbeigezogen ist. Da hat sich bewährt, dass er ihn an seiner Ferse zu fassen bekam.
Es sollte auch ein bedachter Mensch den Tag, der ihm schon früh zu enteilen sucht, besser an der Ferse als am Schopf packen. So bringt er den Tag dazu, sich nach ihm umzuschauen, eine Begegnung face to face, die nicht unbelohnt bleibt. Dieser Tag wird reich an Gegenwart sein.

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