Horizont und Lot

Horizont und Lot sind große Hilfen bei der Bewahrung der aufrechten Haltung.
Der Horizont, weil er überall der Unendlichkeit einen Riegel vorschiebt und der Grenzenlosigkeit Einhalt gebietet.
Das macht ihn zu der Linie, in der Reales und Irreales ineinanderfließen.
Dieser ebenen Linie gehört seit Anbeginn auch die Vertikale an. Denn der Horizont ist aus der vertikalen Haltung überhaupt erst sichtbar geworden und in Erscheinung getreten.
Im Horizont berühren sich Himmel und Erde, Oben und Unten.
In der vertikalen Haltung tun sie das auch, und im aufrechten Gang ebenfalls. Sie schmiegen sich aneinander, Oben und Unten, wenn sie auf andere, aber ergänzende Weise in der Vertikale miteinander verknüpft sind.
„Nimmt man“, meint Steinberg,“ zum Horizont die Vertikale des Menschen hinzu, so hat man die Quintessenz der Malerei“. *

*) Saul Steinberg, Zeichnungen usw., Katalog Köln 1974, 30

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.