aus: „Schwindel, Balance …“

Kinder lieben den Drehschwindel. Vielleicht gehört er zu den pränatalen Erlebnissen, in die sich die Kleinen schwerelos und gerne zurückversetzen. Im mütterlichen Uterus werden sie praktisch ununterbrochen geschaukelt und gedreht, ohne zu wissen, in welche Richtung es geht.
Sobald man aber herangewachsen ist und Orientierung aufgenommen hat, bekommt einem das Schaukeln und Drehen nicht mehr so gut. Es wird einem schlecht davon.
Nach einer erlittenen Kreiseldrehung werden die Arme automatisch seitlich ausgestreckt auf der Suche nach Orientierung und Halt, als sollte jetzt wieder ein hilfloses Tasten beginnen. Man hat sich daran gewöhnt, an die Parameter, die durch unsere westlichen, meistens achteckig und rechtwinklig angelegten Räumlichkeiten diktiert werden:
Vertikale und Horizontale treten dem Schwindel entgegen, der in allem Runden auch dann lauert, wenn es ruht. Und es scheint, dass manchmal bereits eine leise Drehung genügt, um mit den verborgenen Fliehkräften auch den Schwindel zu wecken, der immer wieder aus der strudelnden oder wirbelnden Mitte hervorspringt.

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