Torheiten der Vernunft

„Die Geschichte der Philosophie ist ein immer neuer Kampf gegen die Torheiten des spontanen Gebrauchs der Vernunft, die unfähig ist, einen sicheren Weg zu gehen …“*
Die Schatten der Vernunft, ihre Unbedachtheiten werden hier angesprochen. Goya hat in seinem berühmten Stich auf die Aporien aufmerksam gemacht, die einer ungehaltenen Herrschaft der Vernunft entspringen. Der Schlaf der Vernunft, ihre Abwesenheit, ist ebenso unheilvoll wie die hybriden Projekte, die sie in ihren Träumen, in ihren dunklen ‚Winkeln‘ ausbrütet.

Im Irrglauben an sich selbst setzt bei der Vernunft die beschriebene Unfähigkeit ein, den Weg zu finden, der begehbar und zu gehen wäre. Häufig bedient sie sich da einer Gewalt, die ihr nicht steht, ihr nicht zusteht. Eine angemaßte Gewalt. Vernunftherrschaft führt zu den Schrecken neuer Unvernunft.

*) E. Lévinas, Außer sich, 24

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