ein anderes Ohr

Es hängt grau und lappig herab. Es könnte das Ohr eines afrikanischen Elefanten sein. Vorhin war es rosa, jetzt ist es grau. Sind wir in Afrika? Wie rasch sich alles verwandelt!

Ich gehe umher in dem großen grauen Raum, der sich aus diesem Ohr eröffnet. Wie ein Forscher, die Spitze eines Bleistifts nachdenklich in die Seite gebohrt, in die Fläche der rechten Hand. Die Spitze folgt dem Lauf der Lebenslinie.

Der Tag wird bald anbrechen. Rosa Gluthitze wird durch den großen grauen Lappen fallen. Dann der übliche tropische Wolkenbruch. Er wird auf der Elefantenhaut trommeln wie ein Besessener, wie ein ekstatischer Narr.

Der graue Bleistift im gelben Holz, den ich über dem Ohr stecken habe, schreibt im Geiste mit, alles, jeden Tropfen, der ans Trommelfell klopft. Er zeichnet das Rauschen auf, das durch das gewaltige Innere dieses Dickhäuters strömt.
Draußen werden sich vielleicht Lauscher und Leser einfinden aus der birnenförmigen Weite des afrikanischen Kontinents –
und ich bin alle Mühe los.

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