ich glaub, ich träume

Bei Descartes gibt es einen Hinweis auf die Schwierigkeit, die Wahrheit des Denkens durchzusetzen gegenüber alle möglichen erfundenen, erdichteten oder vermeintlichen Wahrheiten. Er macht dies deutlich am Träumen: „Les rêveries que nous imaginons étant endormis ne doivent aucunement nous faire douter de la vérité des pensées que nous avons étant éveillés.“
„Die Träumereien, die uns kommen wenn wir eingeschlafen sind, sollten uns keineswegs zweifeln lassen an der Wahrheit der Gedanken, die wir im Wachzustand haben.“
Es ist ein Bedenken, dem Descartes zuvorkommen möchte: welchen Beweis gibt es dafür, dass das Denken der Wahrheit näher kommt als das Träumen? Können wir uns so sicher sein, dass das Denken nicht auch eine Art Träumen sei?
Goya hat diese Bedenken in einem berühmten Kupferstich zur Darstellung gebracht, im Capriccio „El sueno de la razón produce monstruos“, „Der Schlaf, bzw. der Traum der Vernunft bringt Ungeheuer hervor“. Es hat Zeiten und Kulturen gegeben, in denen den Träumen mehr Wahrheit zugestanden wurde als dem Denken. Oder man erinnere sich der immer wiederkehrenden Annahme, das ganze Leben sei Traum, womit sich das Denken erhellen würde als eine traumartige Funktion innerhalb dieser großen Träumerei namens Leben.

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