Unter den Niflheimern

Ich schlafe ein
In der Sprache, die unter den Niflheimern üblich ist, reimt sich Nord mit Mord.
Messer reiht sich an Messer. Ich hätte es beinah erlebt. Die Wahrheit ist bei ihnen dünn wie aufgeschnittener Lachs.
Abends kommen sie aus erbarmungslos hellen Schneegebirgen zurück. Vor ihnen liegt ihr tiefflaches Land, ihr Zuhause.
Später hocken sie im Dunkel vor ihren Bildschirmen, als wollten sie auflauern, der frischen Angst und der alten Rührung. Denn beides kennen sie nicht. Sie haben keine Erinnerung mehr an die früheren Feuerstellen und nur noch ein wenig von deren Flackern in den Augen behalten.
Der blasse Abendhimmel fliegt davon, nur ein Raum voller Sterne bleibt stehen, bleibt über den flimmernden Spähern zurück.
Ich wache auf, schalte das Gerät ab, lege den Schalter beiseite.

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