Bewusstseinsströme

Sie fließen. Dazu sind sie da.
Von einer Quelle weg fließen sie im Strom davon.
Niemand weiß, wohin.
Gibt es ein Meer, einen Atlantik, einen Pazifik, womöglich einen Weltozean, der sie aufnehmen könnte?
Sie fließen eilig. Eigentlich müssten sie ihr Ziel schon erreicht haben, wenn es eines gäbe.
Möglicherweise gibt es nur den Strom, kein Meer, keinen Ozean – nur diesen Strom.
In ihm fließt alles dahin, gleichsam gefächert.
Leibniz hat herausgefunden: laserartig, total parallel. Die Geschehensverläufe berühren sich nicht. Sie verlaufen neben einander wie die Schienen von Hannover nach Hamburg und die von Hamburg nach Hannover zurück.
Es scheint, aus der Erfahrung zu schließen, mathematische und poetische, dahinschießende und gemächlich dümpelnde Bewusstseinsströme zu geben. Nur dass sie dann zu Rinnsalen, zu tropfenden Leitungen, zum Tauwasser auf Gräsern oder zum Reif geworden sind, den die aufgegangene Sonne in die Wolken hinaufzieht und als Regen daraus herabsprühen lässt.

Es ist gut, wenn man den Strom kennt, in dem man fließt.
Wenigstens in seinen groben Zügen.
Wenn man ein Gefühl dafür entwickelt hat, in welchen Wassern, zwischen welchen Ufern es längs geht.
Man kann es nicht hindern, kaum ändern.
Gut ist es irgendwie trotzdem.

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1 Antwort zu Bewusstseinsströme

  1. rebsch sagt:

    Gibt es die Alternative, nämlich gegen den Strom zu schwimmen. gar nicht mehr? Ja, das ist langsamer. kostet mehr Kraft, aber wenn man den Kopf nicht immer unter Wasser hält, nimmt man anderes wahr: anderes. das zu einer Umkehrorientierung führen könnte.

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