Nachbarschaft

„Unsere Väter lehrten uns schon vor Tausenden von Jahren, dass, als Gott den Menschen erschuf, er ihn als Nachbarn von allen erschuf. Nachbar bedeutet nicht lediglich eine geographische Verortung. Es ist ein moralisches Konzept. Es bedeutet eine gemeinsame Verantwortung, damit die Würde und Integrität des Menschen gewahrt bleibt.“ *
Das Soziale, das Gebot der Nächstenliebe, Gemeinschaft und Gesellschaft sind Ausformungen dieser Bestimmung. Sie beinhaltet gewiss auch den Konflikt mit den Nachbarn und Differenzen, möglichen Widerstreit in den Inter-Essen, in den Zwischen-Räumen, bzw. im Verhältnis der Nachbarn zu einander. Doch wenn es gelänge, sich zurückzubesinnen darauf, dass auch Bäume, Tiere und überhaupt alle Naturwesen und –geschöpfe in dieses Verhältnis gesetzt sind, und jede Person noch einmal im Hinblick auf sich selbst, vielleicht würde sich dann auch mehr Friedfertigkeit und Verträglichkeit einstellen können in die zwischenmenschlichen, hoch interessanten Nähe- und Fernebeziehungen.

*) Joachim Prinz 1902 – 1988, Rabbiner, hielt die Vorrede zu Martin Luther Kings legendärer Rede „I Have A Dream“ beim Marsch auf Washington am 28. August 1963

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