Gutmütigkeit

„Der Adel der Gesinnung“, behauptet Nietzsche, „besteht zu einem großen Teil aus Gutmütigkeit und Mangel an Misstrauen und enthält also gerade das, worüber sich die gewinnsüchtigen und erfolgreichen Menschen so gerne mit Überlegenheit und Spott ergehen“.
Gutmütigkeit schließt eine gewisse Bereitschaft, ja Anfälligkeit für Mitgefühle ein. Vielleicht sogar eine gewisse Unbelehrbarkeit. Eine gutmütige Person macht natürlich auch schlechte Erfahrungen, sie wird übers Ohr gehauen, übervorteilt.
Aber für ihre Gutmütigkeit bleibt das anscheinend folgenlos.
Sie geht durch üble Erfahrungen hindurch, aber sammelt sie nicht, schleppt sich mit ihnen nicht ab. Das erneuert ihren guten Mut und macht die Frische und Einfalt aus, die den ‚Adel der Gesinnung‘ kennzeichnet. Der geht den Karrieristen und Krämerseelen ab, weil sie alles nach Tauschwert beurteilen und sich im Zweifel an Erfahrungen halten, die ihrem Unmut nachlegen.

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