innere Stimme

Lange nichts mehr von der inneren Stimme gehört.
Ein gutes Zeichen. Vielleicht.
Es kann bedeuten, es läuft schon alles ganz gut, keine Zwischenrufe notwendig.
Sie schaltet sich nicht mehr ein, fast automatisch, die innere Stimme.
Sie schweigt. Ein Schweigen, beredt. Es könnte Zustimmung meinen.
Es gibt zu verstehen: du weißt schon, du hast das alles auswendig. Du brauchst keine inwendigen Anweiser mehr, keinen Souffleurkasten irgendwo zwischen den Ohren.
Es läuft doch auch ohne ganz gut.
Also schon lange nichts mehr von Innen gehört. Keine Stimmen, keine Einwürfe, keine Kommandos. Erstaunlich – man kann sich auch d a r a n gewöhnen, an diese ungeheuere innere Stille, mit Ohrengeräuschen in der Peripherie: ein unentwegtes Klingeln und Sirren, das vielleicht von einem entfernten Tinnitus kommt, einen Dauerton abgibt, der an eine ferne Brandung erinnert. Eine ozeanische Ahnung, ein Echo von Weltmeer.

Jetzt teilt sich alles bedachter und stimmiger mit, in Anwandlungen, Gefühlen, Impulsen, die ebenso unmerklich wie fließend zu unspektakulären Vorgängen und Abläufen fortschreiten. Sie kommen dazu, werden das – gehen leichtfüßig wieder davon, mit Wink und sachter Empfehlung an dies oder das, was nach ihnen kommt.

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1 Antwort zu innere Stimme

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