statt idiotischer Buße

Im Denken von neuem beginnen. Einen Schritt und noch einen Schritt zurück treten, einen Sprung hinter die eigenen Anfänge und Ansätze tun. Damit verändert man keine Welt, aber
man erweckt ein verborgenes, ein verschüttetes Leben.
„Nichts ist herrlicher als Denken, wenn es immer von neuem beginnt: der Sprung, der Sprung, die Abwendung vom Nichts, vom Leerlauf.“*
Verwunderung als Sprung-Brett, Staunen als Schleudersitz. Der echt biblische Gedanke der Umkehr, teschubah, metánoia, den Canettti in seinen Aufzeichnungen stillschweigend einer kritischen Selbsterfahrung unterzieht: „Gott hält sich zu still, wie einer, der lauert. Worauf?“**
Oder: „Wie viel hat er von der Bibel geredet! Wie wenig sie gelesen! Wenn er sie las, versank alles andere für ihn und sie beherrschte jeden seiner Gedanken.
Darum, eben darum hat er sie so wenig gelesen.“***

*) Elias Canetti, Aufzeichnungen 1973-1984, München/Wien: Hanser 1999, 44
**) Elias Canetti, Aufzeichnungen 1973-1984, München/Wien: Hanser 1999, 38
***) Elias Canetti, Aufzeichnungen 1973-1984, München/Wien: Hanser 1999, 43

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.