Splitter und Balken

„Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.“ *
Eine bildhafte Anleitung zur Selbstkritik.
Ein Fremdkörper im Auge erschwert das Sehen,
ein Balken im Auge macht es praktisch unmöglich.
Wer mit einem Balken im Auge umherläuft, kann den Splitter im Auge einer anderen Person vielleicht gerade noch sehen, aber beim diffizilen Herausziehen muss er doch scheitern.
Um solch eine Prozedur durchzuführen, sollte der Balken aus dem eigenen Auge erst einmal raus.
Dann könnte es sein, dass sich der Splitter im Auge des anderen als Projektion, als optische Täuschung erweist.

Wer was im Auge hat, tut gut daran, sich erst einmal vor den Spiegel zu stellen.
Oder fragt eine andere Person:
schau mir doch mal in die Augen bitte
sieh nach ob ich was drin hab!

Die Bildrede gibt keine Auskunft darüber
was besser, was sozialer, was menschlicher sei,
sich selbst oder andren in die Augen zu schauen
und sehen, wer da was drin hat.

Hauptsache vielleicht, alle sehen irgendwann
ungetrübter und unverzerrter
sich selbst und einander –
andre und andres irgendwann heller
und klarer
als jetzt.

*) Lukas 6, 39-42

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