Bilder

gedrehter Spieß:
noch vor ein paar Jahren und Jahrzehnten ging es darum, Bilder mit der Kamera zu erjagen,
Ansichten, Angehörige, Panoramen, Idyllen, Katastrophen, Straßenszenen mit Linse und Objektiv zur Strecke zu bringen. Stehende Bilder, aus günstigen Augenblicken geschossen. Danach bevölkerten sie die Alben wie aufgespießte Käfer und Schmetterlinge die Glassammelkästen.
Heute aber hat sich das Blatt gewendet: sie sind hinter uns her, die Bilder einer anscheinend völlig anderen Gattung und Generation. Wie die Teufel hinter den armen Seelen sind sie hinter uns her – und dabei schon voraus. Sie jagen uns zuweilen durch fast dieselben Szenen und Straßen von damals; dieselben Bergspitzen und weichenden Gletscher, die in ihnen erglühen und das Herz zum Schmelzen bringen könnten. Aber da uns in der Hatz, im wilden Gejagtsein schier der Atem ausgeht, ist doch alles ganz anders als damals, als man noch seelenruhig knipste und im Hochsitz Sonnenuntergänge wie Gämsböcke schoss.

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