Worte

Worte mit Worten zu fassen suchen.
Man hört und weiß nicht, wo kommen sie her.
Sie werden fallen gelassen, man nimmt sie auf.
Worte mit Worten aufnehmen, vom Boden, auf den sie gefallen sind.
Zusammenkehren und einzeln aufheben.
Einpflanzen und sehen, was daraus wird.

Sie fallen geräuschlos ins Ohr, schlagen ohne Laut aufs Trommelfell.
Sie rühren die Trommel, aber ohne Lärm und fernab,
fernab von jedem Bewusstsein, von jedem Beweis.
Sie sind da, allerorts tauchen sie auf, eine unerwartet aufkeimende, eine kaum sichtbare Saat.
Sie sind nicht zu machen. Wo sie gemacht werden, taugen sie nichts, bleiben keimfrei.
Nachgemacht bleiben sie leer.

Sie fallen ins Schreiben und graben sich im Geschriebenen ein.
Das hält sie auf lange Zeit, vielleicht über Jahrtausende frisch,
keimfähig, besser gesagt.
Aus dem Geschriebenen fallen sie ins Auge, ins Verstehen, ins Ohr.
Sie nehmen einen oder anderen Sinn an.
Manche erblühen in Bedeutungen, tragen
in Einsichten Frucht.
Worte folgen auf Taten und gehen Taten voraus.
Sie führen Gedanken durch Manegen, die so weit wie unser Horizont sind.
Sie gehen, einmal beflügelt, über jede Linie hinaus.

Auf Worte setzen, die aussäbar sind, die sprießen und grünen wie Grasssaat.
Worte, die in Sätzen Erdreich
ins Himmelreich schießen.

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