guh-guck

Er ruft ihn unentwegt, diesen Doppellaut, aus dem in fast allen Menschensprachen auch sein Name herkommt.
Wo lernt er diesen Ruf, wo er doch immer in anderen Vogelfamilien, stets in fremden Nestern aufwächst, mit Amseln, Meisen, vielleicht auch Feldlerchen als Zieh- und Adoptiveltern und Geschwistern, denen er beharrlich ungleich bleibt?
Offenkundig schlägt jedes Kuckucksjunge alles in den Wind, was ihm an Vogelsprache beigebracht werden soll.
Alles Beigebrachte kommt in seinem Herzen nicht an, weil dieses „guh-guck“ dort schon lange vorher sitzt, ganz tief in der Brust.
Es ist ihm keineswegs in die Wiege gelegt, aber nimmt unbeirrbar seinen Weg durch die Kehle, im späten Frühjahr, am liebsten vom Rande der Auwälder aus,
tönt und schallt aus vereinzelten, nun schon recht dicht belaubten Bäumen, die über der löwenzahngesprenkelten Flussniederung stehen.

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